Lebenshilfe NRW fordert strukturelle Reform der Eingliederungshilfe
Anlässlich der heutigen Anhörung im Ausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landtags NRW zum SPD-Antrag „Echte Teilhabe durch mehr Geld in der Eingliederungshilfe“ bekräftigt die Lebenshilfe NRW ihre Forderung nach einer gerechten Finanzverteilung und einer konsequenten Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes (BTHG).
Die Lebenshilfe Nordrhein-Westfalen e.V. (Lebenshilfe NRW) nimmt heute an der Anhörung des Landtags NRW teil und macht dabei deutlich: Die aktuelle Finanzierungssituation in der Eingliederungshilfe gefährdet unmittelbar die Rechte und die Lebensqualität von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Behinderung in NRW, die die Lebenshilfe NRW und ihre über Mitgliedsorganisationen begleiten.
Menschen mit Behinderung tragen die Konsequenzen politischen Zögerns
In Gesprächen mit Selbstvertreter:innen, den Lebenshilfe-Räten und Leistungserbringern zeigt sich: Die Realität für Menschen mit Behinderung in NRW ist durch konkrete Versorgungslücken geprägt. Es fehlt an barrierefreiem Wohnraum und an flexiblen Wohnformen, die den Weg in ein eigenständigeres Leben ermöglichen. Menschen mit herausforderndem Verhalten finden kaum passende Unterstützungsangebote. Inklusive Bildung bleibt in Kitas und Schulen Ausnahme statt Regel: Statt des Auf- und Ausbaus inklusiver Schulen werden erneut Förderschulen gebaut – Strukturen, die Trennung für Generationen zementieren.
Stellungsnahmen der Lebenshilfe NRW zum SPD-Antrag "Echte Teilhabe durch mehr Geld in der Eingliederungshilfe"
„Gute Angebote der Teilhabe sind nicht flächendeckend gesichert und sie erreichen nicht alle Menschen mit Behinderung gleichermaßen. Ob Teilhabe gelingt, hängt bis heute oft vom zusätzlichen Engagement von Betroffenen, Angehörigen oder engagierten Leistungserbringern ab – und nicht von strukturellen Garantien, sagt Bärbel Brüning, Geschäftsführerin der Lebenshilfe NRW.
Menschenrechte sind nicht verhandelbar – Umsetzungsstrategie ist überfällig
Die Lebenshilfe NRW unterstützt den SPD-Antrag in seinen Kernforderungen ausdrücklich: Das Land NRW muss einen eigenen Finanzierungsanteil zur Eingliederungshilfe leisten, die Bundesmittel müssen dynamisiert werden, und die Finanzierung der Eingliederungshilfe muss bei Reformen der Kommunalfinanzen explizit mitgedacht werden. Darüber hinaus fordert die Lebenshilfe NRW eine übergreifende Umsetzungsstrategie, die bei Inkrafttreten des BTHG hätte entwickelt werden müssen: eine aktive Steuerung des Leistungsgeschehens hin zu inklusiven, ambulanten Unterstützungsangeboten, die Schulung von Behörden sowie eine verbindliche Verknüpfung zwischen dem individuell ermittelten Bedarf und den tatsächlich bewilligten Leistungen. „Menschenrechte sind nicht verhandelbar und dürfen nicht durch Haushaltsengpässe relativiert werden. Eine ehrliche Debatte müsste die Frage nach einer gerechten Finanzverteilung zwischen Bund, Ländern und Kommunen stellen – statt Teilhabeleistungen als Kostenfaktor zu begreifen, so Brüning weiter.
Lebenshilfe NRW fordert mehr Geld für Menschen mit Behinderung
Was ist passiert?
Heute hat der Landtag NRW eine Anhörung.
Eine Anhörung ist ein Treffen.
Bei einem Treffen können Fachleute ihre Meinung sagen.
Die Lebenshilfe NRW war bei diesem Treffen dabei.
Es ging um Geld für die Eingliederungshilfe.
Eingliederungshilfe bedeutet:
Menschen mit Behinderung bekommen Unterstützung.
Damit sie am Leben teilhaben können.
Was ist das Problem?
Es gibt nicht genug Geld für diese Unterstützung.
Das ist ein großes Problem für viele Menschen.
Kinder, Jugendliche und
Erwachsene mit Behinderung leiden darunter.
Es fehlt zum Beispiel:
- Barrierefreie Wohnungen.
Das sind Wohnungen,
in die alle Menschen hineinpassen.
Auch Menschen mit Rollstuhl oder anderen Hilfsmitteln. - Flexible Wohnformen.
Das bedeutet:
Menschen mit Behinderung sollen
selbstständiger wohnen können. - Passende Hilfsangebote für Menschen
mit herausforderndem Verhalten. - Inklusive Schulen und Kitas.
Inklusion bedeutet:
Alle Kinder lernen zusammen.
Stattdessen werden weiter Förderschulen gebaut.
In Förderschulen lernen Kinder mit Behinderung
getrennt von anderen Kindern.
Was sagt die Lebenshilfe NRW dazu?
Bärbel Brüning ist die Geschäftsführerin der Lebenshilfe NRW.
Sie sagt:
„Gute Angebote für Menschen mit Behinderung
gibt es nicht überall.
Oft hängt es vom Zufall ab,
ob jemand Unterstützung bekommt.
Das ist nicht gerecht."
Was fordert die Lebenshilfe NRW?
Die Lebenshilfe NRW hat klare Forderungen:
-
- Das Land NRW muss selbst Geld
für die Eingliederungshilfe zahlen. - Der Bund muss mehr Geld geben.
Und dieses Geld muss regelmäßig mehr werden. - Bei Reformen der Gemeinde-Finanzen
muss die Eingliederungshilfe mitgedacht werden. - Es muss eine klare Strategie geben.
So wird das Bundes-Teilhabe-Gesetz wirklich umgesetzt.
Das Bundes-Teilhabe-Gesetz ist ein Gesetz.
Es soll sicherstellen, dass Menschen mit Behinderung
wirklich teilhaben können.
- Das Land NRW muss selbst Geld
Was ist das Ziel?
Bärbel Brüning sagt:
„Menschenrechte sind nicht verhandelbar.
Fehlende Geld darf kein Grund sein,
Menschen mit Behinderung weniger Rechte zu geben.
Wir müssen fair über Geld reden.
Bund, Länder und Gemeinden müssen
gemeinsam Verantwortung übernehmen."